Inhalt (7 Abschnitte)
- Wann endet die studentische Krankenversicherung nach dem Studium?
- Krankenversicherung nach dem Studium ohne Job
- Erster Job nach dem Studium: Was der Arbeitsvertrag ändert
- Nach dem Studium zurück in die gesetzliche Krankenversicherung
- Sonderfälle: Promotion, Master über 30, Beamtenkind
- Fünf Fehler nach dem Abschluss, die Geld kosten
- Fahrplan: die ersten Wochen nach dem Abschluss
- Die studentische Krankenversicherung endet mit Ablauf des Semesters, in dem oder zu dem du exmatrikuliert wirst (§ 190 Abs. 9 SGB V) – auch wenn deine letzte Prüfung früher war.
- Schreibst du dich innerhalb eines Monats nach Semesterende wieder ein, etwa für den Master, läuft sie weiter.
- Ohne Job wirst du danach automatisch freiwilliges Mitglied und zahlst 2026 mindestens rund 260,77 € bis 297,81 € im Monat; unter 23 kannst du ohne Erwerbstätigkeit über die Eltern familienversichert sein.
- Mit einem Job unter der Versicherungspflichtgrenze (77.400 € im Jahr 2026) bist du pflichtversichert; der Arbeitgeber zahlt die Hälfte.
- Warst du im Studium privat versichert, bringt dich vor allem eine solche Stelle zurück in die GKV; ohne sie bleibst du privat.
Die Krankenversicherung nach dem Studium hängt am nächsten Schritt: Die studentische KV endet mit Ablauf des Semesters, in dem oder zu dem du exmatrikuliert wirst (§ 190 Abs. 9 SGB V). Ohne Job wirst du danach automatisch freiwilliges Mitglied und zahlst 2026 mindestens rund 260,77 € bis 297,81 € im Monat; mit einer Stelle unter der Versicherungspflichtgrenze bist du pflichtversichert, und der Arbeitgeber zahlt die Hälfte (Stand Oktober 2026).
Wann endet die studentische Krankenversicherung nach dem Studium?
Das Gesetz ist eindeutig: Die Mitgliedschaft versicherungspflichtiger Studenten endet mit Ablauf des Semesters, für das sie sich zuletzt eingeschrieben oder zurückgemeldet haben, wenn sie bis dahin exmatrikuliert wurden (§ 190 Abs. 9 SGB V). Spätestens endet sie mit dem Semester, in dem du 30 wirst. Die TK formuliert es für die Praxis: Du bist bis zum Ende des Semesters noch als Student versichert, auch wenn du deinen Abschluss früher machst oder keine Vorlesungen mehr hast (Stand 24.08.2026).
| Lage | Studentische KV endet |
|---|---|
| Letzte Prüfung im Juli 2026, exmatrikuliert zum Ende des Sommersemesters | 30.09.2026 |
| Abschluss im Dezember 2026, exmatrikuliert zum Ende des Wintersemesters | 31.03.2027 |
| Bachelor endet 30.09.2026, Einschreibung in den Master am 15.10.2026 | läuft weiter (Einschreibung binnen eines Monats) |
| Bachelor endet 30.09.2026, Master erst ab 01.04.2027 | 30.09.2026 |
Die Ausnahme in Zeile drei steht ebenfalls in § 190 Abs. 9 SGB V: Schreibst du dich innerhalb eines Monats nach Ablauf des Semesters wieder an einer staatlichen oder vom Land anerkannten Hochschule ein, endet die studentische Versicherung nicht. Eine längere Lücke zwischen Bachelor und Master erklärt der Ratgeber Krankenversicherung im Masterstudium und zwischen Bachelor und Master. Das genaue Datum für dich rechnet der Fristenrechner.
Keine Absolventenregelung mehrBis 2019 gab es nach dem Examen einen günstigen Übergangstarif für bis zu sechs Monate. Er ist mit dem MDK-Reformgesetz zum 01.01.2020 entfallen. Seitdem gelten nach dem Semesterende sofort die Regeln der freiwilligen Versicherung.
Krankenversicherung nach dem Studium ohne Job
Viele haben zwischen Abschluss und erster Stelle einige Wochen oder Monate Pause. Wie du in dieser Zeit versichert bist, hängt von Alter, Familienstand und deinem bisherigen Status ab:
| Lage nach dem Studium | Krankenversicherung | Beitrag pro Monat |
|---|---|---|
| Unter 23, nicht erwerbstätig, Eltern gesetzlich versichert | Familienversicherung (§ 10 Abs. 2 Nr. 2 SGB V) | 0 € |
| Verheiratet, Partner gesetzlich versichert, Einkommen bis 565 € | Familienversicherung über den Partner | 0 € |
| Vorher studentisch oder familienversichert | automatisch freiwilliges Mitglied (§ 188 Abs. 4 SGB V) | 260,77–297,81 € |
| Vorher privat versichert (befreit) | privat weiter; Studententarif endet je nach Vertrag | laut Vertrag |
| Bezug von Grundsicherungsgeld | pflichtversichert (§ 5 Abs. 1 Nr. 2a SGB V) | trägt der Leistungsträger |
Arbeitslosengeld, über das du ebenfalls versichert wärst, setzt voraus, dass du in der Rahmenfrist mindestens zwölf Monate versicherungspflichtig beschäftigt warst (§ 142 SGB III). Nach einem Vollzeitstudium mit Werkstudentenjob ist das meist nicht der Fall, weil der Werkstudentenjob in der Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei ist. Sich arbeitssuchend zu melden, macht dich also nicht automatisch versichert – die freiwillige Mitgliedschaft schon.
Was die freiwillige Versicherung nach dem Studium kostet
Als freiwilliges Mitglied zahlst du auf alle Einnahmen, mindestens auf 1.318,33 € im Monat (§ 240 Abs. 4 SGB V, Stand 2026). Ohne Anspruch auf Krankengeld gilt der ermäßigte Satz von 14,0 % plus Zusatzbeitrag plus Pflege: bei der günstigsten Kasse 260,77 € (mit Kind) bzw. 268,68 € (kinderlos), mit 2,9 % Zusatzbeitrag 278,17 €, bei der teuersten 297,81 € (kinderlos). Eine Lücke von zwei Monaten kostet also zwischen rund 520 und 600 € – plane sie ein.
Willst du die freiwillige Mitgliedschaft nicht, kannst du binnen zwei Wochen nach dem Hinweis der Kasse austreten – aber nur, wenn du eine andere Absicherung nachweist (§ 188 Abs. 4 SGB V). Ohne Krankenversicherung darfst du in Deutschland nicht sein.
Erster Job nach dem Studium: Was der Arbeitsvertrag ändert
Gehalt unter der Grenze
Du bist als Arbeitnehmer gesetzlich pflichtversichert (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V). Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte. Das gilt für die meisten Berufseinsteiger.
Gehalt über der Grenze
Liegt dein regelmäßiges Jahresgehalt über 77.400 € (2026; 2027 laut Kabinettsbeschluss 84.150 €), kannst du zwischen freiwilliger GKV und PKV wählen.
Verbeamtung
Als Beamtin oder Beamter bekommst du Beihilfe vom Dienstherrn und versicherst den Rest privat – oft schon im Referendariat oder Vorbereitungsdienst.
Mit dem ersten Arbeitstag einer versicherungspflichtigen Stelle endet die freiwillige Mitgliedschaft; du wirst Pflichtmitglied. Die Hälfte des allgemeinen Beitrags und des Zusatzbeitrags trägt der Arbeitgeber, den Kinderlosenzuschlag in der Pflege zahlst du allein. Für viele ist das deutlich günstiger als die Monate davor.
Verdienst du von Anfang an über der Versicherungspflichtgrenze, beginnt die eigentliche GKV-oder-PKV-Entscheidung. Die gehört nicht mehr zum Studium und wird ausführlich erklärt unter PKV für Berufseinsteiger. Machst du dich nach dem Studium selbstständig, versicherst du dich freiwillig gesetzlich oder privat ohne Arbeitgeberzuschuss – Hintergründe bietet Krankenversicherung für Gründer.
Nach dem Studium zurück in die gesetzliche Krankenversicherung
Warst du im Studium befreit und privat versichert, endet mit dem Studium zwar die Befreiung – nicht aber dein privater Vertrag. Zurück in die gesetzliche Kasse bringt dich eine neue Versicherungspflicht. Die Barmer nennt als Beispiel eine versicherungspflichtige Beschäftigung als Arbeitnehmer während oder nach dem Studium (Stand 27.05.2024). Ohne eine solche Stelle bleibst du privat versichert.
Zurück in die GKV führt …
- eine Stelle als Arbeitnehmer mit einem Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze
- der Bezug von Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld
- ein neues Studium nach mehr als einem Monat Pause – nach Auffassung der Krankenkassen mit neuer Versicherungspflicht
Nicht zurück führt …
- einfach der Abschluss oder die Exmatrikulation
- ein Minijob bis 603 € oder eine Selbstständigkeit
- eine Stelle mit Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze
Wirst du versicherungspflichtig, kannst du deinen privaten Vertrag wegen der neuen Versicherungspflicht kündigen oder ruhen lassen (Anwartschaft). Frag deinen Versicherer rechtzeitig nach Fristen und Nachweisen. Der Ratgeber Kann man als Student von der PKV in die GKV wechseln? erklärt die Einzelheiten. Wer privat bleibt, muss mit einem Beitragssprung rechnen: Studententarife bilden keine Alterungsrückstellungen, die Umstellung in einen Normaltarif kostet deshalb mehr (PKV-Studententarif).
Sonderfälle: Promotion, Master über 30, Beamtenkind
Promotion: Wer nach dem Abschluss promoviert, ist nicht mehr studentisch versichert – auch nicht mit Einschreibung (BSG, 07.06.2018). Es zählt die Finanzierung: Stelle, Stipendium oder ohne Einkommen (Krankenversicherung als Doktorand).
Master nach 30: Beginnst du den Master erst nach dem Semester, in dem du 30 wurdest, entsteht keine studentische Versicherungspflicht mehr. Du bleibst freiwillig versichert oder versicherst dich privat.
Beamtenkind: Die Beihilfe als Kind endet in der Regel mit 25. Nach Abschluss deiner Erstausbildung kann sie schon früher enden, wenn du regelmäßig mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest (§ 32 Abs. 4 EStG) – ein konsekutiver Master zählt laut Familienkasse meist noch zur Erstausbildung (Nebenjob und Beihilfe). Wer nach dem Studium selbst verbeamtet wird, bekommt eigene Beihilfe (Beihilfe als Student über 25).
Fünf Fehler nach dem Abschluss, die Geld kosten
Wer sich mitten im Semester exmatrikulieren lässt, verliert den Studentenstatus womöglich früher als nötig. Prüfe vorher mit der Hochschule, zu welchem Termin die Exmatrikulation wirkt.
Wer den Master plant, sollte sich rechtzeitig einschreiben. Liegt mehr als ein Monat zwischen Semesterende und Einschreibung, endet die studentische Versicherung.
Sie beginnt automatisch. Wer die Beiträge nicht zahlt, baut Rückstände auf – die Kasse verlangt sie nach.
Als freiwilliges Mitglied musst du der Kasse deine Einnahmen nennen. Ein Nebenjob oder Erspartes aus Kapitalerträgen kann den Beitrag über den Mindestbeitrag heben.
Wer mit dem ersten Job gesetzlich pflichtversichert wird, aber den privaten Vertrag weiterlaufen lässt, zahlt doppelt. Kündigung oder Anwartschaft rechtzeitig klären.
Fahrplan: die ersten Wochen nach dem Abschluss
1. Exmatrikulation planen
Zu welchem Semesterende wirst du exmatrikuliert? Bis dahin bist du studentisch versichert.
2. Lücke rechnen
Wie viele Monate liegen zwischen Semesterende und Jobstart? Jeder Monat freiwillig kostet rund 260 bis 300 €.
3. Familienversicherung prüfen
Unter 23 ohne Job oder verheiratet? Dann kann eine Familienversicherung möglich sein.
4. Arbeitsvertrag melden
Die Krankenkasse deiner Wahl dem Arbeitgeber nennen; ab dem ersten Arbeitstag bist du pflichtversichert.
5. PKV klären
Warst du privat: kündigen, ruhen lassen oder umstellen – vor dem Jobstart mit dem Versicherer sprechen.
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Häufige Fragen
Wie lange bin ich nach dem Studium noch studentisch versichert?
Bis zum Ende des Semesters, in dem oder zu dem du exmatrikuliert wirst (§ 190 Abs. 9 SGB V), spätestens bis zum Ende des Semesters, in dem du 30 wirst. Die TK formuliert: Du bist bis zum Ende des Semesters noch als Student versichert, auch wenn du deinen Abschluss früher machst oder keine Vorlesungen mehr hast.
Wie bin ich nach dem Studium ohne Job krankenversichert?
Meist als freiwilliges Mitglied deiner bisherigen Kasse – das geschieht automatisch (§ 188 Abs. 4 SGB V). 2026 zahlst du dann mindestens rund 260,77 € bis 297,81 € im Monat. Bist du unter 23 und nicht erwerbstätig, kannst du über gesetzlich versicherte Eltern familienversichert sein; bist du verheiratet, auch über deinen Partner.
Wer zahlt die Krankenversicherung nach dem Studium, wenn ich arbeitssuchend bin?
In der Regel du selbst. Arbeitslosengeld, über das du versichert wärst, bekommt nur, wer in der Rahmenfrist mindestens zwölf Monate versicherungspflichtig beschäftigt war (§ 142 SGB III) – das trifft nach dem Studium selten zu. Wer Grundsicherungsgeld bezieht, ist darüber versichert (§ 5 Abs. 1 Nr. 2a SGB V).
Kann man nach dem Studium in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln?
Ja, wenn eine neue Versicherungspflicht entsteht – typischerweise eine Stelle als Arbeitnehmer mit einem Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze (77.400 € im Jahr 2026). Dann bist du gesetzlich pflichtversichert, auch wenn du im Studium privat versichert warst. Ohne neue Versicherungspflicht bleibt der Weg zurück meist verschlossen.
Gibt es noch die Übergangsregelung für Absolventen?
Nein. Den früheren günstigen Übergangstarif von bis zu sechs Monaten nach dem Examen gibt es seit dem 01.01.2020 nicht mehr. Seitdem endet die studentische Krankenversicherung mit dem Semester der Exmatrikulation; danach gelten die Regeln der freiwilligen Versicherung.
Quellen
- § 190 SGB V – Ende der Mitgliedschaft (Abs. 9)
- § 188 SGB V – Beginn der freiwilligen Mitgliedschaft (Abs. 4)
- § 10 SGB V – Familienversicherung (Abs. 2)
- § 5 SGB V – Versicherungspflicht (Abs. 1 Nr. 1, 2, 2a)
- § 6 SGB V – Versicherungsfreiheit (Jahresarbeitsentgeltgrenze)
- § 142 SGB III – Anwartschaftszeit für Arbeitslosengeld
- § 240 SGB V – Beitragspflichtige Einnahmen freiwilliger Mitglieder
- TK: Ich beende mein Studium. Wie muss ich mich weiter versichern? – Stand 24.08.2026
- Barmer: Befreiung von der Versicherungspflicht für Studenten (Rückkehr durch Beschäftigung) – Stand 27.05.2024
- krankenkasseninfo.de: Reform der studentischen Krankenversicherung (Sekundärquelle) – 04.11.2019
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Krankenversicherung im Studium und in der Promotion (Stand: 12. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Angebot einer Hochschule, Krankenkasse oder Beihilfestelle; über Versicherungspflicht, Befreiung und Beihilfe entscheiden allein Krankenkasse bzw. Beihilfestelle. Herausgeber: KV-Student.de. KV-Student.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.